Saisonbeginn und Rügen Rudder (112 Sm)

Mit dem WoMo geht es nach 220 Lockdown Tagen in den Heimathafen. Der neue Fockroller soll am Montag eingebaut werden. Zuvor ist der Mast zu entlasten. Ich verlege Genesis am Sonntagabend an den Kran und löse die Wanten. Die Oberwanten sind nun „locker“ und das Vorstag ist entlastet. Wahrscheinlich bilde ich es mir ein, aber der Mast scheint zu schwingen… Natürlich kann der neue Fockroller nicht von „oben“ eingefädelt werden; er geht nicht über das Auge. Ergo wird das Rodrigg Vorfall abgebaut und der Roller von unten eingefädelt. Mittags ist alles fertig und der ausgewechselte Fockroller rollt die Genua wieder auf und ab.

Zurück am Liegeplatz warte ich auf die Fertigstellung der neuen Spayhood. Nele liefert die Teile am Mittwoch und wir ziehen die neue Sprayhood und den Dodger = Minikuchenbude ein. Welch ein Blick durch die Scheiben. Glasklare Sicht und ein größerer Raum unter dem Dodger sind das Ergebnis. Die alte Kuchenbude ist noch anzupassen. Das klappt dann am Donnerstag und am gleichen Tag werden die neuen Servicebatterien geliefert. Endlich wieder Saft im Überfluß. Nach der Testfahrt und einer Nacht vor Anker habe ich immer noch 90% Batteriekapazität.

Für Freitagabend haben sich Axel und Fred zum Mitsegeln angekündigt. Ich verhole mich an den Steg des ASV Greifswald, um die beiden an Bord zu begrüßen. Nach der Einweisung geht es um 22:30 Uhr in den Bodden. Die Segel sind schnell gesetzt und wir legen die Ansteuerung zum Südperd an. Erstaunlicherweise treffen wir hier auf 15-20 Segler, die in gleicher Richtung unterwegs sind. Um diese Uhrzeit? Gegen 00:30 Uhr richten wir ab dem Nordperd den Kurs gen Sassnitz. Ich verhole mich in die Koje und Fred geht Wache. An der Tonne Sassnitz, WP 881, schläft der Wind ein. Die schlagenden Segel holen mich aus der Koje. Motor an, Segel runter und wir entscheiden uns weiter zu segeln, ähh motoren. In Höhe Lohme kommt der Wind aus Ost zurück und mit der Sonne im Rücken wird das Passatsegel gesetzt. Die „anderen“ Segler haben wir zwar unter Motor überholt, aber jetzt zeigen sie uns ihre bunten Spinnaker und die ersten ziehen vorbei. Ab Kap Arkona, es ist mittlerweile 05:00 Uhr dreht der Wind auf Süd und das war´s mit dem Passat- und Spisegeln. Wir liefern uns eine Miniregatte mit einer Najad 440 und einer Dehler 36. Die Jungs haben ihr AIS ausgeschaltet, um Kurs und Geschwindigkeit nicht zu verraten. Aha, das ist ein Regattafeld und wir mittendrin – ohne Wertung allerding. Gegen halb Zehn haben wir 12 Stunden und 70 Seemeilen im Kielwassser gelassen. Das wären 140 Sm als Etmal. Wir entscheiden uns nicht zwischen Hiddensee und Rügen zu segeln; sondern lassen Genesis laufen und Hiddensee an Backbord liegen. Eine Reisetaube mit Ring macht an Bord eine Ruhepause. Sie ist total erschöpft und nimmt unser Trinkangebot (Wasser) an. Die Müslikörner schätzt sie nicht. Zum späten Frühstück fällt der Heckanker auf der Reede vor Barhöft. Nach einer Stunde geht es weiter nach Stralsund zur Ziegelgrabenbrücke. Die Brücke passieren wir um 15:40 Uhr und steuern den Hafen von Dänholm zur Übernachtung an. Ein Bad bei dem Wetter wird genossen und Axel macht seine berühmten Dämpfer in der Bratpfanne. Die Taube hat uns irgendwo im Hafen von Stralsung verlassen und zum Abschied etwas „Schiet“ verteilt.

Am Sonntag laufen wir um 10:00 Uhr aus und liegen bereits um 14:30 Uhr wieder beim ASV am Steg. Die beiden gehen von Bord und wir ziehen vorher unsere Resümee: Wir haben die 112 Sm Rund Rügen in knapp 20 Stunden reiner Segel- und Motorzeit geschafft. Abzüglich der 2 Stunden von/nach der Tonne Greifswald und den Umweg Dänholm bzw. Brücke verbleiben ca. 17 Stunden für das Rügen Rudder. Von Thomas bekomme ich die pdf von der Wertung. Somit wären wir in unserer Gruppe „large“ mit Vorschoter nicht Letzter geworden.

Ich verhole Genesis in den Heimathafen und bereite den Sommertörn vor.
Putzen, Aufräumen, Einkaufen und Proviant bunkern. Didi kommt am Mittwoch mit der DB nach Greifswald.