Bierbrauen unter Bordbedingungen

Das Frühjahr naht, die ersten Kisten für die Sommersaison sind gepackt und eine Idee nimmt langsam Gestalt an: Wer Brot backen kann, sollte auch Bierbrauen können. Mit Hefe kann ich umgehen, Temperaturen und Mengen richtig abmessen gehört ebenso zum Backen wie die passenden Gerätschaften. In der Proviantbibel von Ralf&Birgit Londe werde ich fündig:
Im Internet gibt es viele Anbieter für Braukits, Gerste, Malze, Hopfen und natürlich Hefe.
Im Keller sind es um die 15° und mit dem ersten Ansatz geht es am 08.03.2018 los. Die erste Woche brodelt es im Eimer. Immerhin sind 24 l fränkisches Bier angesetzt und die Hefe arbeitet und die Gärbläschen kommen an die Oberfläche zum Platzen.

Nach 10 Tagen, am 18.03.2018,  fülle ich den Ansatz durch ein Leinentuch in weitere Eimer um. So kann ich vor dem Aufziehen der Flaschen im Gärbottich die Rückstände der Braumaterialien ausspülen und reinigen.
Der Inhalt aus den Eimern geht ganz langsam durch ein Tuchsieb in den Gärbottich wieder zurück. So nun muß ich mich 2 Tage in Geduld üben, bevor ich den Inhalt auf Flaschen ziehe. Ich bin allerdings viel zu neugierig und gespannt und ziehe deshalb schon einmal die erste Flasche ab und stelle Sie zur Kühlung in den Vorratskeller. Hier sind im Moment 3-5° und die ideale Temperatur zur weiteren Reife. Diese Kühlung geht an Bord leider nur im Kühlschrank bzw. in der Gefriertruhe ohne Tiefkühleinstellung.
Der Vorgang des Ansetzens sollte an Bord klappen und die ersten 2 Tage müssten wir vor Anker oder im Hafen bleiben. Der Gärbottich ist bei 24 l halb gefüllt und mit dem Deckel luftdicht verschlossen. Wenn ich den Bottich gut anlasche, sind 30° Schräglage möglich, ohne das etwas ausläuft oder aus dem Gärröhrchen sprudelt. Aber wer will denn schon beim Fahrtensegeln soviel Schräglage?!  Da sind die Wellen wahrscheinlich für das Brauergebnis eher ein Wagnis, das zu umschiffen. Zumindest sind die 2 Tage vor dem Abziehen auf Flaschen wieder nur vor Anker oder im Hafen möglich. Danach ist der Wellengang und die Schräglage egal. Wichtig ist nur die 2-3 Wochen lange Kühlung…..Wenn nicht vorher genascht wird.  Mal schau´n wie das erste Bier schmeckt und welche Verbesserungspotentiale  unter Bordbedingungen zu testen und umzusetzen sind.