Rund Rügen (115,4 Sm)

Matthias holt mich am 24.04. vormittags in Gütersloh ab. Nach einer kleinen Stärkung geht es in Richtung Greifswald. Die erste Hälfte fahre ich den C-4 (Picasso) und nach der Pause bei Lübeck übernimmt Matthias den Volant. Im Marktkauf starten wir den Großeinkauf mit den Sonderwünschen des Mitseglers „low Carb no fat“ und das bei einer 16 Stunden Fastendiät. So ausführlich habe ich die Beipackinhalte noch nie nach Fett und Kohlehydraten gescannt. Nachdem alle Positionen auf der Einkaufsliste abgehakt sind, gönnen wir uns ein Fischbrötchen und dem Auto einen vollen Dieseltank. Jeder ist mit 2 Transportkarren unterwegs und die Plünnen sind schnell an Bord geschafft und verräumt. Wir haben Platz und jeder hat seine „Kabine“. Unsere Pläne für Donnerstag: Brücke in Stralsund und über Barhöft hinaus in den Gelenstrom mit einer Nachtfahrt in Richtung Rostock, Gedser oder Mön. Mal schau´n, wo uns der schwach angesagte Wind hin bringt.

Donnerstag, 25.04.2019
Frühstück, Klar Schiff und eine Viertelstunde vor dem Brückenzug in Wieck anlegen. (Fisch und Fischbrötchen kaufen). Nach der 09:00 Uhr Brücke geht es unter Motor aus der Dänischen Wiek in den Strelasund. Motorbootfahrt mit Autopilot!

Vor der 15:20 Uhr Brücke gibt es Fischbrötchen am Wartedalben und keine Nachtfahrt… Wir werden Schaprode anlaufen und zum Steakessen zu Schillings gehen. Gesagt, getan; weiter unter Motor in das Hiddenseefahrwasser und im Schaproder Bodden rechts abbiegen. Den Fähren und Taxibooten überlassen wir den Vortritt und fahren in deren Kielwasser zur Tankstelle. Der Hafenmeister macht gerade Feierabend und vertröstet uns mit dem Tanken auf morgen ab 09:00 Uhr bei seiner Kollegin.

So endet der Tag beim Filetstück vom Öhe-Rind (€ 35,–) pro Person und wir werden nicht enttäuscht, nur etwas ärmer.

Freitag, 26.04.2019
Nach dem Aufstehen steht eine Sonderprüfung an. Für Genesis gibt es eine Parklücke an der Tankstelle, die nur 13m lang ist. Obendrein auch noch ablandiger Wind. Matthias bleibt am Steg und nimmt die von mir geworfenen Heckleine an, die ich zuvor außenbords durch die Mittelklampe und zurück auf die Genuawinsch gelegt habe. Mit der Winschkurbel hole ich die Leine dicht und ziehe Genesis mit Vor- und Zurückfahren in die enge Parklücke an der Tankstelle. Es gehen 65 l Diesel in den Tank. Das ist den durchgeheizten Tagen und Nächten im Januar, Februar und März geschuldet. Auf geht es bei Ost 5 unter Motor in die Fahrrinne in Richtung Norden. Nach der Gefahrentonne können wir endlich die Segel setzen und es geht in Kreuzkursen die Küste entlang zum Kap Arkona. Netterweise dreht der Wind über OON auf NO.

Kap Arkona, wir kommen

Kap Arkona bleibt um halb Drei an Steuerbord liegen und wir legen kurz vor Vier die Festmacher über den Pöller. Im Hafen sind weit über 100 motorisierte Angelboote. Von 25 – 250 PS steht auf den Außenbordern. Die Angler kommen aus Finnland, Schweden Süddeutschland und der Schweiz. Das Lachsfieber ist hier ausgebrochen und an der Schlachtbank auf der Pier können wir mehrere Prachtexemplare bewundern. Im Netto in Glowe ergänzen wir die gesunden Kohlehydrate in flüssiger und fester Form und essen zum Abend gedämpften Fisch.

Samstag, 27.04.2019
Der Wind hat wie vorhergesagt in der Nacht auf West gedreht und nachdem die Passatsegel stehen, rollen wir zum Stubbenkammer. Der Wind dreht um das Kap und Köllicker Ort rechtweisend mit und wir können mit einem Reff und der Genua 2 anschließend das Nordperd anlegen. Durch das Landtief geht es unter Segel und die Entscheidung nach Seedorf zu gehen, nimmt uns der Wind ab. Er dreht genau in die zu segelnde Richtung. Das wird nichts mit Seedorf. Nach Rücksprache mit Matthias und den Wetterberichten der nächsten Tage entscheiden wir uns für eine Weiterfahrt in den Heimathafen. Dann kann er Sonntagmorgen nach Hause fahren und ich kann meine To do Liste abarbeiten. Nach dem 17:00 Uhr Brückenzug und ca. 45 Sm im Kielwasser legen wir im Heimathafen an und beenden die Rund Rügenrunde im Uhrzeigersinne nach 115 Seemeilen.





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