(Wellen)-Tanz in den Mai (81,2 Sm)

Das Video zum Törn liegt unter YouTube:

https://youtu.be/Il55lDfm6Qo

30.04.2019
Alleine an Bord und ausgeschlafen. Mit Robert einen Termin zum Nähen der Sprayhood vereinbart. Er holt mich 2 Stunden später ab und nimmt mich mit nach Wieck. Ich will Fisch für heute Abend bei Frau Kruse kaufen und gehe mit frischen Dorschfilets zurück an Bord.

Ich klare weiter auf und räume um. Schlauchi in die Achterkammer und die Segelsäcke wandern hier ebenfalls rein. Mittags gibt es wieder ein Fischbrötchen.

Robert bringt die genähte Sprayhood mit und zieht das neue 3. Reff ein. Jetzt kann ich die Leine vom Cockpit aus durchsetzen. Die Reffkausch wird allerdings weiter am Reffhaken eingeklinkt bzw. mit einem Tampen eingeschoren. So muß ich zum Einbinden weiter an den Mast. Eine komplett durchgeschorene Leine wäre zu lang!? Geworden und hätte das Topgewicht soweit oben erhöht.

Beim Einbau bricht eine Bolzenschraube, Altersschwäche? Also nochmals los und Ersatzteile beschaffen. Mit meinem Akkuborer konnte ich die Schraube nicht aus dem Gewinde bohren, V 4A, das schafft mein Bohrer nicht.
Auch das Problem ist zu lösen und so steht die Sprayhood wieder und ich gönne mir einen Kaffee.

Thomas und Wolfgang sind um 18:00 Uhr angekommen und mit 3 Mann und 6 Karren ist alles in einem Gang erledigt. Die beiden richten Ihre Kojen ein und ich bereite den Pannfisch mit Erbsen und Bratkartoffeln vor.

01.05.2019
Mit dem Brückenzug um 09:00 Uhr geht es auf die Dänische Wieck. Der Anleger zur Tonne Riems benötigt bereits 4 Wenden. Mittlerweile sind wir im 2. Reff und haben das Passatsegel eingerollt und das Stagsegel gesetzt. Es weht mit 6-7 und Böen fallen mit bis zu 38 Knoten ein.
Wir beschließen den Strelasund nicht hoch zu kreuzen und richten den Bug in Richtung Landtief aus. Neues Ziel soll Sassnitz sein. Es wird eine Rauschefahrt mit 8-9 Knoten über Grund, die erst am Nordperd endet. Hoch am Wind geht es an Binz vorbei in Richtung Sassnitz. Mit 2 Kreuzschlägen erreichen wir die Hafenmole und streichen die Segel im Vorhafen. Nach einer Fahrt durch die Boxengassen fällt die Entscheidung rückwärts am nördlichen Steg auf Platz 18 anzulegen. Bei dem Starkwind klappt das Manöver beim 2. Anlauf. Es ist jetzt halb Drei und wir haben Zeit für das Hafenkino.
Die Wartezeit bis zum Hafenmeister und für den Toilettencode überbrücken wir beim Italiener. So bleibt heute die Küche kalt.

02.05.2019
Wir bleiben eingeweht (8-9 Beaufort) in Sassnitz liegen und ein Landtag ist angesagt. Zusammen geht es in den Rewe zum Einkaufen. In der Seifensiederei fülle ich meinen Bestand an Haarseifen auf und die Jungs denken an Präsente für Ihre Mädels. Weiter geht es nach Alt-Sassnitz und dem Küstenweg entlang zu den ersten Klippen.

Auf dem Rückweg essen wir zu Mittag und ich werde an der Fischtheke für heute Abend fündig. Es wird ein griechisches Fischrezept geben. Den Nachmittag verbringe ich an Bord und mache die „Buchhaltung“. Die Loseblattsammlungen sind in die Ordner abzulegen und die Handbücher um die neuen Dokumente für den Plotter, Radar usw. sind zu ergänzen.

Im Fernsehen an Land läuft Fußball und die beiden Jungs gehen von Bord. Ich kann meinen Blog schreiben und meine Lektüre lesen.

03.05.2019

Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir um 09:30 Uhr. Wir haben W-NW 5 und lassen das erste Reff eingebunden. Für den Am Windschlag ab dem Nordperd in das Landtief Fahrwasser kommt das Stagsegel zum Einsatz. Mit dieser Segelführung können wir hoch am Wind segeln. Das lassen sich die Jungs nicht nehmen, um Genesis von Hand zu steuern. Beide laufen einen sauberen Kurs und ich bin zufrieden mit meiner Crew. Der Wind hat mittlerweile auf 6 zugelegt und kommt genau aus der Richtung, die wir geplant haben: In die Having nach Seedorf. Ich streiche das Ziel und wir drehen nach Süden in Richtung Ruden zur Knackrückenrinne ab.

Zur Mittagszeit liegen wir im Hafen der Bootswerft von Kerstin Dubs in Freest. Früh genug, um noch einen Snack im Fischladen zu essen. Leider gibt es keinen Frischfisch und so kommt heute Abend das Schweinefilet ins Rohr. Thomas stöbert auf dem Werftgelände und wird nicht fündig. Er macht viele Fotos für seine Mitarbeiter zum Thema Arbeitssicherheit. Hier gibt es viele Negativbeispiele, wie es nicht sein sollte.

Am Strand haben wir karibische Gefühle und sind vom Licht beeindruckt. Auf dem Rückweg wollen wir in den Edekamarkt. Leider wegen Geschäftsaufgabe geschlossen.

Meine Bringeschuld für das Hafengeld werde ich nach mehreren Anläufen gerecht. Uwe vom Haikutter ist der Hafenmeister und verlangt 17,– EURO. Ich habe nur 12,50 wie beim letzten Mal im November in der Tasche und will auch nicht mehr bezahlen.

Ob Uwe mal fertig wird? Das Schiff ist dermaßen …….., dass es m. E. nur noch abgewrackt werden sollte.

Wir kochen kanarische Kartoffeln und basteln eine Knoblauch Mayo zum Filet.

04.05.2019
Ausgeschlafen geht es los. Die Segel setzen wir im Hafen und bei einem West mit 5-6 nehme ich Reff 2. Man weiß ja nie, was im Knackrücken abgeht. Und richtig, fast am Ende dreht der Wind auf Nord und schickt 8ter Böen von vorne. An Kreuzen ist hier nicht zu denken. Fock runter und Groß dicht, Motor an und gegen an. Oh, wie schlägt das Groß. Das Segel nehmen wir ebenfalls runter und kämpfen uns den Weg nach Nord  bis zur Abzweigung am Böttcher Grund. Groß wieder hoch, nun allerdings im 3. Reff. Was weht denn da für eine blauweiße Leine am Mast? Ich sehe mir die Sache am Mast an. Sch…, die Vorliekleine ist blauweiß und ausgerissen. Eine Schraube klemmt in der Mastnut und hat den Rutscher ausgerissen, mitsamt der Kausch und das Vorliek aufgerissen. Später im Hafen finden wir auch das Loch, wo die Schraube herein gehört. Trotz Schraubenkleber hat sich der Übertäter gelöst. Ich rufe den Segelmacher Robert Radtke an. Er will an die Wassertankstelle kommen und das Segel zum Nähen abholen. Das ist Service! Wir haben schließlich Samstagmittag.

Um 14:00 Uhr liegen wir am Kai und schlagen das Groß ab. Die Latten müssen ebenfalls heraus. Wie nackt sieht denn jetzt der Großbaum aus? Der Lazybag wird festgezurrt und Robert kommt zum Einladen vorgefahren. Nach getaner Arbeit geht es zum verspäteten Essen zu Gurke. Lachsbrötchen mit allem und ein Bier zum Nachspülen.

Mit der 16:00 Uhr Brücke legen wir ab und motoren in den Heimathafen. Wolfgang schrubbt das Deck; ich bin unter Deck am Putzen und Thomas holt eine neue Gasflasche. Für die Caldo verde schnippeln wir die Kartoffeln. Grünkohl kommt aus dem Glas hinzu und anstelle einer Chorizzo nehmen wir das italienische Pendent.

05.05.2019
Nach Duschen, Wischen und Betten abziehen, sitzen wir bereits um 07:00 Uhr bei MC D und frühstücken. Thomas gibt auf der Autobahn reichlich Gas und wir sind mittags wieder Zuhause. Das müssen wir wiederholen. Einen Törn mit dieser Crewbesetzung im nächsten Jahr.

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