Wir sind seit Juni an Bord und Zuhause wird der Lockdown verordnet

Jetzt sind wir bereits seit 5 (fünf) Wochen an Bord und können nicht nach Hause. Obwohl, nach Gütersloh (GT) fahren geht schon; nur nicht wieder zurück nach MV kommen, solange in unserem Kreis die mehr als 50 Neuinfektionen gemeldet sind.
Aber der Reihe nach.
Wir reisen nach den Pfingstfeiertagen am 03.06. an und stauen die mitgebrachten Vorräte. Am nächsten Tag startet der Großeinkauf.
Am Freitag melden wir Klar Schiff. Alle Segel sind angeschlagen, alles ge- und verstaut, nur das Simnet läuft nicht. Der Windgeber meldet keine Daten/Signale und im Bussystem ist eine Unterbrechung. Einen Techniker bekommen wir frühestens in der nächsten Woche an Bord. So bekommt das Teakdeck die erste Boracol Behandlung. Während der Einwirkzeit sind wir mit den Rädern rund Greifswald unterwegs. Am Sonntagabend lege ich mich an den Mastenkran. Montag, 08.06. geht es in den Mast hoch. Der Windgeber ist richtig angeschlossen, die Kabel sitzen in der Halterung, nur kommen keine Daten unten an…!? Nachmittags kommt Klaus von W&R und wechselt die alte Windenbatterie. Die wird leider nur unter Landstrom geladen und nicht von den alternativen Energieträgern an Bord. Ich benötige hier eine „Weiche“, die den erzeugten Solarstrom in das Vorschiff zur Batterie leitet. Die nächste Baustelle.
Beim Simnetproblem kann mir Klaus heute nicht weiter helfen. Wir vereinbaren einen neuen Termin in zwei Wochen.

Dienstag, 09.06.-22.06.2020: Wieck-Stettiner Haff-Wieck 145 Sm und über 300 Km mit dem Rad unterwegs
Nach einer Woche an Bord können wir endlich ablegen. Mit der 09:00 Uhr Brücke verlassen wir den Ryck und segeln entlang der Zwangswege zum Knackrücken. Zwischendurch steht auch mal die Dieselgenua und wir kurven den Peenestrom bis zur Wolgaster Brücke hoch. Zur Kaffeezeit „hängen“ wir am Wartedalben und haben 3 Stunden Zeit bis zur Brückenöffnung. Der erste Badetag und Schwimmausflug (rund ums Schiff) ist unser. Nach dem Brückenzug übernachten wir im Wolgaster Stadthafen und vertreten uns bei einem Stadtrundgang die Beine. Hafengebühr: 14,35/die. Es sieht hier traurig aus. Es sind mehr Geschäfte geschlossen (Geschäftsaufgabe) als geöffnet. Nur die Parteibüros der CDU, SPD und A.. sind renoviert und haben offene Türen.
Essen gehen, gibts nicht; deshalb bereiten wir uns unser Essen selbst zu.Dann wissen wir, was wir essen. Der Mensch ist, was er ißt. Nach dem Frühstück legen wir am Mittwochmorgen ab und motoren durch das Fahrwasser in Richtung Zecheriner Brücke. Ab Zienitz können wir die Segel setzen. Motor aus. Ruhe! Bereits zur Mittagspause liegen wir vor der geschlosseenen Brücke. Die Segel werden gestrichen und wir lassen uns fast eine Stunde in Richtung Brücke treiben. Nach dem Brückenzug biegen wir rechts in die Peene ab und motoren nach Anklam. Mit unserer Masthöhe ist vor der Eisenbahnbrücke Schluß mit lustig; denn die Stromleitung hat eine lichte Höhe von (nur) 16 m. So bleiben wir am Steg des Anklamer Segelclubs. Hafengeld: 13,00 /die, Dusche 1,00. Nach einer kurzen und enttäuschenden Stadtbesichtigung ziehen wir uns unter Deck zurück. Nein, hier bleiben wir nicht länger. (Obwohl alle wichtigen Geschäfte in 300 m Entfernung liegen.)

Wir schlafen heute Morgen aus. Ein Einkaufsbummel zu Aldi und Co, aufräumen und, und und es wird mittag, bis wir ablegen. Unser Ziel ist der SYC Ueckermünde, den wir nach geruhsamen vier Stunden unter Segel, außer auf der Peene, erreichen. Um Vier Uhr gehen die Leinen an Land und wir richten uns auf mehrere Liegetage im Segelclub ein. Hafengeld: 11,20/die, Dusche 1,00

Die erste Radtour geht am Freitag nach Altwarp. Wir wollen uns den Hafen ansehen bevor wir hier anlegen. Das ist eine gute Idee; denn danach wollen wir hier nicht mit dem Schiff hin.
Nicht unser Geschmack und 46 gezählte Wohnmobile säumen den Hafenbereich und teilen sich die 2 Klos mit den SeglerINNEN. Auf die polnische Seite dürfen wir im Moment (noch) nicht. Corona hat die Grenze geschlossen. Von Weitem betrachtet, sieht das polnische Pendent „Neuwarp“ einladender aus. Ein zukünftiges Ziel nach der Pandemie. Auf dem Rückweg geht es über endlose und menschenleere Waldwege zurück nach Ueckermünde. Wir kommen nur zu spät im Fischladen an. Der hat schon geschlossen. Dann starten wir eben morgen einen neuen Anlauf.

Für den Samstag steht eine Radtour nach Mönkebude und in den Süden von Ueckermünde nach Eggessin an. In Mönkebude das gleiche Bild. Auf 4 Segelbooten sehen wir Sportfreunde sitzen, aber auf dem Hafengelände zähle ich mit dem angrenzten WoMo Stellplatz 78 Wohnmobile. Es gibt nur den Sanitärbereich für SeglerINNEN. Wo machen nur die WohnmobilistenINNEN hin?!
Auch diesen Hafen streichen wir gedanklich als Ansteuerungsziel, obwohl er idyllisch liegt und einen Badestrand hat. Am Sonntag zieht viel Wind und Regen auf. In den regenfreien Lücken sind wir auf dem Deich und in Ueckermünde unterwegs. Wir werden morgen den Segelclub verlassen und über das Haff nach Usedom segeln. Der Wasserstand läßt ein Einlaufen in den Usedomer See zu.

Montag, 15.06.2020: Ueckermünde – Usedom 13 Sm, Hafengeld: 20,00 + Strom, + Dusche. Wir haben Zeit und starten nach dem Mittagessen. Beim Fischhändler sind wir heute Morgen fündig geworden. Ein „frischer“ Zander und kein TK Fisch. Der kommt heute Abend in die Pfanne. Den kurzen Schlag bis zur Ansteuerungstonne in den Usedomer See können wir segeln. Vor der Einfahrt bergen wir die Segel und fahren mit Maschinenkraft den Tonnenstrich ab. Am Schwimmsteg finden wir einen Anleger zum bequemen Entladen der Bikes. Wir buchen 2 Nächte und gehen in den Ort. Auch hier tote Hose; denn hier will keiner über den Zaun hängen. Aus der Apotheke versorgen wir uns mit Latschenkiefernöl (Didi hat Rücken) und auf dem Rückweg finden wir einen Imker, der seinen Honig am Gartenzaun verkauft.
Genug gesehen, nun ab in die Kombüse und an meine 2 Flammen.

Unsere geplante Radtour führt uns in den Usedomer Winkel und rund um den Usedomer See. Es werden weit über 50 Km, die wir mit Akkuhilfe radeln. Außer uns sehen wir nur 3 andere Touristen per Pedes. In Karnin will ich bei Vadder Ganz pausieren; leider geschlossen und so besichtigen wir die Kirche in Mönchow. Die vielen Mohnfelder machen süchtig. Wir machen an Bord Halbzeitpause und radeln anschließend die Seerunde bis Stolpe ab. Zurück in Usedom geht es zu ALDI. Im Ort selbst gibt es keinen Bäcker, Metzger, Lebensmittelhändler oder anderen Laden mehr. Nur die Apotheke und ein Blumenhändler haben (noch) geöffnet. An Bord zeigt das Thermometer 59° C in der Sonne an. Unter Deck wird es ebenfalls heiß. In der Röhre sind 2 Brote und backen aus. Der Zander kommt in die Pfanne und wird mit dem abgekühlten Brot gereicht.

Mittwoch, 17.06.2020: Usedom-Karlshagen 28 Sm und Sonne satt.
Was ist das denn, um 10:00 Uhr wird schon abgelegt. Nun ja – es sind heute 2 Brücken zu passieren und die Öffnungszeiten geben den Fahrplan vor. Ist ja wie Tidensegeln. Schöner wäre es unter Segel; denn bis zur Brücke läuft der Motor. Die Wartezeit vor der Öfnung wird durch ein Bad unterbrochen. Der lange Tonnenstrich bis Rankwitz geht genau gegenan. Nix mit segeln. Es sind mittlerweile 3 Beaufort aus NO. Rankwitz liegt jetzt querab und wir gehen in den Wind. Groß und Fock sind schnell gesetzt und nach zwei Stunden hört der Spaß wieder auf. Wir sind zu früh (schnell) an der Wolgaster Brücke angekommen. Gut, dann machen wir kurz fest und warten bei Tee und Gebäck die Brückenöffnung ab. Um 17:50 Uhr passieren wir die Brücke. Die Segel bleiben im Sack und der Jockel bringt uns nach Karlshagen. Wir finden noch eine Parklücke und machen fest. Wir tanken 150l Wasser nach. Hier gibt es lebensmittelechte Schläuche und kostenloses H²O. Hafengeld = Servicepauschale incl. Dusche, Strom, Wasser 15,00.

Donnerstag, 18.06.2020: Karlshagen-Lauterbach 18,3 Sm – mein Segeltag.
Hafengeld mit Stromverbrauch, wenig Duschzeit genutzt =25,00 / die .
Um 11:00 Uhr sind bereits die Segel im Hafenbecken oben und um zwei Uhr liegen diese, wie auch genesis fest verzurrt in Lauterbach Im Jaich. Heute bin ich auf meine Kosten gekommen. NO 5, 1. Reff im Groß und alle anderen Segler im Kielwasser versenkt. (Die Konkurenz war auch gering, aber sportlich) Den Fisch vom Fischer heute Morgen in Karlshagen gibt es zum Abendbrot. Zuvor kommen die Räder an Land und wir radeln eine Runde um Lauterbach und Putbus. Morgen kommt dann die lange Tour auf den Zudar und nach Garz.

19.06.-21.06.2020: Radtouren auf dem Zudar, Garz, Putbus usw. ca. 150 Km
Unsere Touren führen uns am Bodden entlang (teils auf Wander-/ teils auf Fahrwegen) bis zu Moritz Arndt und weiter nach Garz. Wir haben uns bei der ersten Tour zeitlich verschätzt, zumal auf den Wanderwegen die Räder zu schieben waren. Samstag war ein Regentag. Wir waren bei Edeka und im Badehaus Goor. Abends hören wir die Nachrichten aus Gütersloh über Clemens Tönnies und die Quarantänemaßnahmen bei den Mitarbeitern. Am Sonntag sind wir wieder mit unseren Rädern unterwegs. Es geht in die Fuchsberge und Ketelshagen. Abends wird es im Hafen ruhiger. Die Wochenensegler sind von Bord und wir liegen gefühlt alleine am Steg.

Montag, 22.06.2020: Lauterbach-Wieck 14,5 Sm
Die Räder sind am Heck gesichert, die Kuchenbude wird abgebaut und wir laufen um 10:30 Uhr aus. Mit einem West von 3-4 ist ruhiges Segeln angesagt. Zwei Stunden später packe ich die Segel wieder ein und wir schleichen in Richtung Brücke, die uns um 13:00 Uhr durchfahren läßt. Matthias hat Zeit zum Auftanken und so nehmen wir die Gelegnheit wahr und füllen den Diesel- und anschld. den Wassertank auf. Wir bleiben am „Chartersteg“ und warten die weitere Entwicklung in der Heimat ab.

Dienstag, 23.06.2020: Lockdown im Kreis Gütersloh und Warendorf
So, nun haben wir den Salat. Wir könnten zwar nach Hause fahren, dürfen dann aber nicht mehr das Kreisgebiet verlassen. Geplant hatten wir für die nächsten 2 Wochen einen Caravanurlaub mit vielen Radtouren an der Mosel. Wir stornieren die Campingplatz Reservierungen in Konz und Zell und bleiben im Heimathafen.
Mit dem Lockdown müssen wir nun an Bord bleiben. So geht es in den Supermarkt und wir füllen unsere Vorräte auf. Zeit zum Sonnenbaden, Schwimmen im Ryck und Radfahren in der näheren Umgebung haben wir ab jetzt reichlich.
Heute am Mittwochabend hat sich der Simradmann von W&R angemeldet. Er misst alle Kabel am Mastfuß durch. Der mitgebrachte Windgeber funktioniert unter Deck an den Steckverbindungen; nur von dem Mastgeber im Topp kommen keine Daten. Um auszuschließen, dass das Kabel defekt ist, läßt Klaus mir den „Reserve“-Windgeber an Bord. Ich werde genesis morgen früh an den Kran verlegen und dann kommt der Test bzw. die Wahrheit ans Licht, wenn dieser Windgeber angeschlossen wird.


Die Stromsäule am Steg ist mit 20 Amp. abgesichert. So haben wir genügend Saft, um unseren Raclette-Grill in einen „Heißen Stein“ zu verwandeln. Lecker, lecker; nur sind wir vorsichtig angesichts der Abgebrühtheit -oder ist es einfach nur Hunger- den die Möwen hier an den Tag legen. Mal schauen, was ich morgen in den nächsten Blog schreibe.

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