Wir segeln dem Lockdown die Ohren ab

Donnerstag, 25.06.2020: Drei Tage vor Anker in der Gustower Wiek
Hafengeld = kolo, incl. Schwimmen im Pool
Wir haben uns gestern, am Mittwochabend, an den Kran verholt und warten jetzt nach dem Frühstück auf den „Kranführer“. Niels steht um 08:00 Uhr bereit und fährt der Kranarm in Richtung Masttop. Ich enter die innenliegende Kranleiter und stecke den neuen Windgeber an. Von unten kommt kein positives Echo von Didi. Nochmals herunter und alle Systeme im Simnet booten und die neue Datenquelle „Wind“ suchen. Fehlanzeige! Dann kann es nur (noch) ein defektes Mastkabel sein, das den Datenfluß unterbricht. Also wieder hoch und den „geliehenen“ Windgeber gegen meinen tauschen. Das nächste Mal nehme ich ein Handy mit hoch. Nette Aussicht hier oben.

Mit der Elf Uhr Brücke verlassen wir den Ryck und biegen in die Dänische Wiek ein. Der Wind bläst mit 5 Beaufort aus Ost. „…da wollten wir doch hin…?“ entnehme ich Didis enttäuschter Stimme. Nach einer Stunde haben wir die Tonne Greifswald kreuzend erreicht und trotz Reff 1 steht die Entscheidung fest – Gager bzw. Seedorf bleiben links, – in diesem Fall rechts liegen und wir nehmen den Ost in den Rücken (achterlich) und segeln in den Strelasund. Das sonnige Wetter lädt zum Baden ein. So gehen wir vor Anker. Der erste Versuch in die Puddeminer Bucht einzulaufen, breche ich bei dem Wind und der gegenlaufenden Welle ab. Zu wenig Wasser unter dem Kiel! Weiter geht es in Richtung Stralsund. In der Gustower Wiek fällt der Anker auf 2,50 m Wassertiefe. Hier bleiben wir die nächsten Tage. Ich bestelle ein neues 20 m langes Mastkabel bei W&R aus dem Bordoffice und kläre mit Robert, dem Segelmacher, einen Termin ab, um das Kabel einzufädeln. Unseren Mosel-Radurlaub im Caravan stornieren wir; denn es will uns kein Campingwirt haben. Wir kommen ja aus dem Kreis Gütersloh! Dann radeln wir die nächsten 2 Wochen auf Rügen und warten die Situation in der Heimat ab.

27.06.-28.06.2020 an der Glewitzer Fähre = Hafengeld 12,00 incl. Strom und Wasser; nur die Duschen sind wegen Corona geschlossen.
Der Wetterbericht und die Vorhersage für den Samstag sind nichts zum Ankern. Wir verlassen am 27.06. die Bucht und motoren zu den Wasser-Wanderplatz „Glewitzer Fähre“. Wir sind mit einer Motorbootcrew die einzigen Sportfreunde in diesem Hafen. Es gibt 50 Liegeplätze, so haben wir die Qual der Wahl. Also Bug in die zu erwartenen Gewitter- und Windrichtung und genesis auf den Starkwind vorbereiten. Mit den Rädern geht es nach dem Durchzug des Gewitters und den Böenwalzen nach Puddemin. Zwei Fischbrötchen vom Verkaufswagen an der Fähre gehen mit an Bord und werden mit Bier zum Schwimmen gebracht. Fisch muß schwimmen, auch im Magen! Wer denkt sich bloß solche Sprüche aus? Nur der Vorwand zum …?