Auf in den Süden und Vitamin D tanken

Der erste Start am Sonntag, 13.02.2022, wurde zum Fehlstart. Die Sim-Karte vom Internet-Router findet kein Netz und ist defekt. Ohne www wollen wir in diesen Zeiten nicht starten. Ergo eine neue Karte bestellen und auf den Posteingang warten. Das trifft sich gut; stelle ich doch fest, dass meine Begrenzungstafel für den Fahrradträger nur in Italien gilt. Spanien hat eine andere Hinweistafel. EU!? So wird eine weitere Bestellung bei Amazon die Kasse klingeln lassen. In Gütersloh gibt es kein Geschäft, das diese Tafel im Angebot hat. Mit der Post am Mittwoch kommt die Sim-Karte. Nach der Installation und Test können wir an den Start gehen.

Donnerstag, 17.02.2022 (Gütersloh-Pont a Mousson 457 Km)
Am Donnerstagmorgen geht es zum Testen und anschließend nach der Eingabe des Ergebnisses in der EU App auf die Autobahn. Heute ist segeln auf der Autobahn angesagt. Eine elektronische Warntafel in der Eifel gibt Windböen von 115 Km/Std an. Einhändiges Fahren verbietet sich bei diesen Hammerböen, die einfallen. Gut das wir gleich ins Moseltal „abfallen“ und achterlichen Wind haben. Unsere erstes Ziel ist Wasserbillig in Luxemburg. Es wird voll getankt (€ 1,50/Liter) und ohne Vorweisen des Covpass kommen wir eine Stunde später in Frankreich an. Es geht an Metz vorbei in Richtung Nancy und in Pont-A-Mousson „legen“ wir an der Mosel im Bootshafen an. Bis zur Dunkelheit füllt sich der Platz und wir sind froh, bereits nach der Kaffeezeit hier den ersten Abend zu verbringen. Strom, Duschen, Ver- und Entsorgung sind im Preis von € 11,– enthalten. Drei Motorboote sind von Dauerliegern bewohnt. In der Pantry wird der mitgebrachte Eintopf aufgewärmt.

Freitag, 18.02.2022 (Pt. A Mousson-Coucourde 572 Km)
Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir gegen 10.00 Uhr in Richtung Süden. Mit einer Tankfüllung kommen wir nicht durch Frankreich. Dafür lassen wir den Starkwind und das schlechte Wetter hinter uns. Je weiter wir nach Süden kommen, um so wärmer wird es. Nach zwei Versuchen, die Peage zu umfahren, geben wir es auf. Zu oft geht es in einen Kreisverkehr auf den „Vermeidungsstrecken“. Nach 30 hören wir mit dem Zählen der Kreisel auf und nehmen die Peage in Kauf. Südlich von Macon halten wir am Supermarkt in Lux zum Tanken und Einkaufen an und lassen uns vom Geruch der frisch gebratenen Bressehühner verführen. Der Duft zieht uns magisch an und an der Fleischtheke werden wir fündig. Frisch gegrilltes Huhn am Stück. Kurz entschlossen verwerfen wir unseren heutigen Speiseplan. Die Keulen vertilgen wir bereits auf dem Parkplatz und gestärkt nehmen wir die nächsten Kilometer in Angriff.

20° im Schatten Außentemperatur

Die Sonne verwöhnt uns nun auf der l´Autoroute du Soleil (A-7) und wir rauschen an der Autobahnumfahrung von Lyon vorbei und stehen kurze Zeit später auf der Stadtautobahn im Stau. Somit rückt unser Tagsziel Orange in weite Ferne. Auf dem nächsten Parkplatz fragen wir die App „park4night“ um Alternativen und geben die Koordinaten vom Stellplatz „Floral“ in La Coucourde zwischen Valence und Montelimar in unser Navi ein. Um 18.00 Uhr stehen wir ohne Keile waagerecht auf der Betonplatte des Platzes und sehen erst jetzt, das gegenüber der Rhone uns ein Atomkraftwerk anlächelt. Es ist tatsächlich eine „Witzfigur/Visage“ auf einem der drei Kühltürme aufgemalt.
Was soll´s. Wir brauchen Strom und der kommt in Frankreich reichlich aus der Steckdose mit dieser neuerdings umweltfreundlichen Energie. Die Parkgebühr wird als Pizza auf dem Kassenbon deklariert und wir nehmen für die 18 EURO reichlich „Strom satt“ mit und verwöhnen uns mit den Duschen. Zum Abendessen haben wir uns für breite Nudeln in Erdnußbutter mit Ingwer gewürzter Soße und dem ausgelösten Hühnerfleisch entschieden. Die Portionen reichen für vier Personen und so bleibt die andere Hälfte für morgen im Topf.

Samstag, 19.02.2022 (Coucourde-Sete 186 Km)
Heute wollen wir das Meer sehen und haben den Caravanpark vor Sete in Balaruc-Les-Bains in das Navi eingegeben. Wir starten recht früh und sind zur Mittagszeit schon am Ziel. Die Campingplätze sind hier in Südfrankreich erst ab März bzw. April geöffnet. Dafür gibt es hier auf dem Stellplatz des Caravanparks Strom, Wasser und Entsorgung für € 14,–/die.
Wir lösen die Räder vom Heckträger und radeln nach Sete hinein. Vom „Venedig des Languedoc“ sind wir nicht nur wegen des Verkehrs und der Straßenführung enttäuscht. Wir können uns den Charme der Stadt nicht erschließen. Wir sehen und finden ihn nicht. Ich hatte mir Sete anders vorgestellt. Schade.

So radeln wir gegen den Wind wieder zurück. Es bläst mit 6-7 Beaufort der Mistral kalt aus Nord und wir sind froh endlich in den Windschatten der ersten Häuser von Balaruc zu kommen. Das Hähnchen in Erdnußbuttersoße haben wir uns heute verdient. Das gibt Körner in die Waden. Sollte der Wind morgen nachlassen, fahren wir auf die andere Seite der Lagune. Hier sind Austernzüchter beheimatet und wir wollen u. a. einmal die Mittelmeersorten probieren.

Am Sonntag geht der Franzose essen…Wir auch. Wenn die Auster ruft, sind wir dabei. Mir haben die Austern, Muscheln und die Schnecken geschmeckt. Didi hatte am Abend Probleme mit dem Eiweißschock. Nie wieder esse ich Austern!
Wir packen heute die Räder ein, machen unseren Antigen-Schnelltest und bereiten das WoMo und uns auf die Einreise nach Spanien vor.


Montag, 21.02.2022 (Sete/Balaruc – Roses 224 Km)
Wir bleiben an der Küste und gehen erst hinter Perpignan auf die Autobahn. An der Grenze keine Kontrolle, auch an der ehemaligen Peage Station keine Gardia, die unseren Test oder andere Papiere sehen will. Am ersten Supermarkt nach Figueres wird getankt. € 1,37 der Liter Diesel…! Der Campingplatz in Roses ist „voll“. Ohne Reservierung geht hier nichts. So fahren wir 2 Straßen weiter und gehen in den Wohnmobilhafen von Roses. Der Stellplatz hat Strom, WC und Duschen. Mit den Rädern erkunden wir den Ort und die lange Promenade. Wir bleiben 2 Nächte. So kann ich am Dienstag nach Empuribrava fahren und mir die Liegeplätze und den Hafen ansehen.


Mittwoch, 23.02.2022 (Roses – Girona 64 Km)
Nach nur 2 Nächten verlassen wir die Bucht von Roses und sind eineinhalb Stunden später auf dem Stellplatz in der City von Girona. Der erste Stellplatz oder besser gesagt Parkplatz zwischen Wohnblocks und Geschäftshäusern. Das Ausfahren der Markise und das Herausstellen von Tisch und Stühlen ist untersagt. Aber es gibt Strom und ein WC. Die Altstadt liegt fußläufig entfernt und die Sonne und der Tapashunger führt uns zur Universität und zur Kathedrale.